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An alle Engel dieser Welt,
hiermit fordere ich euch auf, meinen Engel zu suchen,
ich habe ihn verloren, verloren durch den Tod an euch.
Er war das Lächeln in meinem Gesicht,
Er war das Funkeln in meinen Augen,
Er war die sanfte Melodie in meinen Ohren.

Engel der Welt, ich bitte euch, da ihr euch alle kennt,
bringt ihn zu mir, damit ich mich verabschieden kann,
damit der Sturm der Gefühle in mir sich beruhigen kann,
wozu mir der Tod keine Zeit mehr lies.

Engel der Welt, ich bitte euch,
ihr habt stets über uns gewacht,
deshalb hoffe ich, ihr kennt ihn,
ihr wisst wo er ist,
ihr könnt ihn zu mir bringen,
sei es nur für einen Tag,
denn nun ist er einer von euch.

Engel der Welt, ich bitte euch,
helft mir meine unendlichen Tränen zu stoppen,
helft mir, meine Seele zu retten,
ein riesiges Tränenmeer aus Einsamkeit,
will gebannt werden, will überschifft werden.


 Einige wichtige und prägende Stationen in Hannahs Leben

Hannahs Geburt 

Es ist der 27.10.2003. Bis dahin hatten wir eine erfüllte und glückliche Schwangerschaft. Wir sangen viel mit Hannah im Bauch, spielten ihr jeden Abend ihr Gute Nacht Lied mit ihrem „LaLeLu-Männchen“ vor. Wir freuten uns riesig und alle Vorbereitungen waren getroffen, Hannah glücklich aufzunehmen. 
Am 27.10.2003 (mein 29. Geburtstag) konnte es Hannah nicht mehr erwarten und sie wollte endgültig raus aus Mamas Bauch. Nachdem die Wehen unerträglich wurden fuhren wir um 3 Uhr nachts ins Krankenhaus. Erst dort stellte man im Ultraschall fest, dass Hannah einen Hydrocephalus und eine Spina bifida hat. Nach einigen Komplikationen bzgl. der PDA für Mama war Hannah nun endlich da. Das Krankenhaus flog Hannah direkt nach der Entbindung mit dem Hubschrauber nach Würzburg in eine Spezialklinik. Man sagte uns, dass Hannah schwerst körperlich und schwerst geistig behindert sein werde. Wir waren einfach nur geschockt. Ich musste Ilka kurze Zeit später im Krankenhaus zurücklassen um Hannah mit dem Auto nach Würzburg zu folgen. Zum Glück war mein Schwager da, der sich sofort bereit erklärte mich zufahren, da ich noch so unter Schock stand. 
„Schwerst körperlich und schwerst geistig behindert“... damit trennte ich mich von Ilka. Wir waren beide so allein mit unseren Ängsten und Gedanken.

Hannahs ersten Monate
 

Hannah wurde in Würzburg der Rücken geschlossen und ein Shuntsystem eingesetzt. Nach 3 Wochen wurde sie zurück ins heimatnahe Krankenhaus verlegt. Wieder eine Woche später war der Shunt defekt und sie musste erneut operiert werden, diesmal aber hier im Krankenhaus. Die OP verlief ohne Komplikationen, allerdings waren wir extrem geschockt, als Hannah auf die Intensivstation zurück kam. Ihr neuer Shunt war soo groß, dass wir Angst hatten die Haut zu berühren, aus Angst sie könnte aufplatzen. Hannah wollte und konnte ihren Kopf nciht mehr auf diese Seite legen, da der Shunt einfach zu groß war und sie immer dann Schmerzen hatte. die Ärzte beruhigten uns, dass alles so richtig sei. Wir ließen uns beruhigen. (Wir hatten ja noch keine Ahnung von der Materie) Am 17.12. bekamen wir dann Hannah endlich nach Hause. Wir waren so stolz auf sie und waren endlich EINE Familie. Wir machten uns noch keine Sorgen über eventuelle Komplikationen die da kommen könnten, bzw. dann auch noch kamen. Am 1. Weihnachtsabend fuhren wir mit Hannah wieder ins Krankenhaus zurück, da sich ihr Bauch extrem stark nach aussen wölbte und steinhart war. Hannah war auch nicht mehr zu beruhigen, sie musste da höllische Schmerzen gehabt haben. Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass sie durch ihre Behinderung gefördert an einer starken Verstopfung leiden würde. Nach mehreren Einläufen und mehreren Massagen beruhigte sich die Situation und Hannah konnte sich entleeren und ihre Bauchform normalisierte sich wieder.  Eigentlich immer noch von der größe des Shuntes geschockt und mittlerweile durch mehrere Ungereimtheiten verängstigt und verärgert, entschieden wir uns nach mehreren Diskussionen mit den Ärzten und vielen weiteren Problemen auf eigene Gefahr hin das Krankenhaus zu wechseln. Im neuen Krankenhaus wurden wir sehr zuvorkommend und freundlich empfangen. Die behandelten Ärzte waren geschockt, als sie Hannah und den „tollen“ Shunt in Hannahs Kopf sahen. Der Neurochirurg entschied sofort: "Das Ding muss raus." Wir stimmten zu. Insgesamt lag Hannah bis Anfang Mai in diesem Krankenhaus. Mehrere Shunt-disfunktionen und Shunt-infektionen musste Hannah mit insgesamt weiteren 8 Operationen über sich ergehen lassen. In dieser Zeit zeigte sich Hannah bereits stärker als ihr zugetraut wurde. Es hieß immer nach einer Operation, dass Hannah durch die Narkose noch mehrere Stunden schlafen würde. Von wegen,... Hannah kam aus den OP`s heraus und wollte sofort entweder einen Schnuller haben oder sie hatte Hunger.

Während dieser Zeit fanden wir den Neurochirurgen und die Kinderkrankenschwester unseres Vertrauens. Die vielen Operationen waren keine Schuld der Ärzte. Meistens versagte das Material oder Hannah bekam Infekte, die eine erneute Operation von Nöten machte.

Hannahs Taufe

Zu Hannahs Taufe am 13.03.2004 bekamen wir Hannah kurzzeitig nach Hause. Allerdings nur für diesen besonderen Anlass. Da Hannah nachts immer Sättigungsabfälle (Apnoen - Atemstillstände) hatte, bestanden wir darauf, dass wir ein transportables Sauerstoffgerät mit bekamen, da wir die Sondererlaubnis bekamen, sie zur Feier des Tages über Nacht zu Hause zu behalten. Die Vorbereitungen liefen zu Hause auf Hochtouren für die Taufe. So ca. 1 Stunde vor Beginn der Messe fütterte Hannahs Tante Michaela sie mit der Milchflasche. Ich stand unter der Dusche und Ilka bereitete sich ebenfalls vor. Beim Trinken verschluckte sich Hannah wieder stark, dass sie keine Luft mehr bekam. Ilka bemerkte es zum Glück direkt und schnappte sich Hannah unter den Arm und lief ins Kinderzimmer, wo das Sauerstoffgerät stand. Hannah rang nach Luft und lief blau an. Panisch schrie Ilka nach mir. In dieser Panik stellte Oma Hedy das Sauerstoffgerät an und Ilka hielt den Schlau in Hannahs Nase. Durch den Druck des Sauerstoffes löste sich die Verstopfung in Hannahs Hals. Langsam kamen wir wieder zur Ruhe, nachdem sich Hannahs Gesichtfarbe wieder dem Normalzustand annäherte. Völlig aufgelöst und mit tierischer Angst gingen wir dann kurze Zeit später zur Taufe. Ein wenig beruhigte uns die Tatsache, dass Hannahs Patentante Sabine und Ihr Mann Onkel Jörg damals bei den Johannitern arbeiten und ausgebildete Rettungssanitäter waren.
Die Tauffeier war wunderschön. Die geplante Aufführung des Liedes "Dir gehört mein Herz" (Tarzan) von Elton John fiel zwar halb ins Wasser, da der Sänger krank war, aber die ganze Feier war zu dem Zeitpunkt schon so emotional, das wir schon bei der dann doch noch gespielten Orgelversion losweinten. Der Text des Liedes passt einfach perfekt auf Hannah.
Nach der Feier gingen wir mit all unseren Freunden und Verwandten zu uns nach Hause und wollten den Abend noch gemütlich ausklingen lassen und die Zeit mit Hannah geniessen. Allerdings entschlossen wir uns, dass Hannah doch nicht die Nacht bei uns zu Hause verbringt, sondern wir brachten sie am späten Abend wieder ins Krankenhaus zurück. Das Risiko, dass über Nacht Hannah wieder blau anläuft war uns einfach zu groß.
Trotz der Aufregungen und Ängste war es eine wunderschöne und sehr emotionale Tauffeier.

Jeder, der auf Hannahs Taufe anschliessend noch bei uns zu Besuch war hat auf dem Baum als Zeichen Ihrer Freundschaft einen Fingerabdruck und Ihren Namen hinterlassen.

Hannahs 1. Urlaub auf Langeoog im Mai 2005

Hannah ging es gut. Da Hannah allerdings nachst weiterhin mehrfach Abnoen hatte benötigte sie nachts nun dauerhaft Sauerstoff. Von daher musste der Urlaub gut durchorganisiert werden. Eine Sauerstoffflasche reichte im Schnitt für 4-5 Nächte. Da wir nicht für zwei Wochen die Sauerstoffflaschen mitnehmen konnten erkundigte ich mich, ob wir bei telefonischer Bestellung den Sauerstoff auch auf die Insel geliefert bekommen würden. Man gab uns die Auskunft, dass dies ohne Problem möglich sei. Innerhalb eines Tages sollte die Lieferung auch bei uns auf der Insel sein. Beruhigt konnte es somit losgehen. Neben den normalen Klamotten und allen Dingen, die man so mit in den Urlaub nimmt stand bei uns noch folgendes auf der Liste. Alle Medikamente die Hannah benötigte, das Sauerstoffgerät, eine Ersatz-Sauerstoffflasche, der Überwachungsmonitor für die nächtliche Puls und Sauerstoffsättigungs-Überwachung. Dick bepackt aber glücklich fuhren wir nach Bensersiel. Auf dem Weg nach Langeoog beginnt der Urlaub bereits auf der Fähre. Hannah war begeistert und staunte über das Meer. Wir genossen den Urlaub jetzt schon in vollen Zügen. Unsere Wohnung war sehr schön und wir breiteten uns in der Wohnung aus. Die Koffer und die medizinischen Geräte haben wir uns bis zur Wohnung bringen lassen. Jetzt der erste Schock. Der Dichtungsring des Sauerstoffgerätes war verloren gegangen. Somit war das Gerät unbrauchbar. Wo bekommen wir jetzt einen Dichtungsring her. Ich lief zum Inselarzt. Der konnte mir aber nicht helfen. Der schickte mich zu einem Inseleinwohner, der ein Hotel betreibt. Aber auch der konnte mir nicht weiterhelfen und er schickte mich zu einem befreundeten Klempner. Nach langer Suche hatte dieser dann endlich die richtige Größe gefunden. Nach insgesamt 2 Stunden suchen, fragen und laufen konnte der Urlaub dann endlich beginnen. Wir genossen den ersten Abend in unserem ersten Familienurlaub. Dann kam der nächste Schock - Hannah benötigte pro Nacht auf einmal soviel Sauerstoff, dass die erste Flasche bereits nach der ersten Nacht leer war. Sofort bestellte ich 4 neue Flaschen, die direkt zu uns geliefert werden sollten. Man sagte uns die Lieferung binnen 24 Stunden zu. Es kam, wie es kommen musste. Auch die zweite Falsche war nach der nächsten Nacht leer. Kein Problem, die neuen Flaschen sollten ja heute kommen. Doch,... die Post kam nicht. Nachmittags gingen wir direkt zur Post und fragten nach, ob noch etwas nachgeliefert werden würde. Dieses wurde verneint. Wo sollten wir jetzt eine Sauerstoffflasche herbekommen. Wir liefen zum Arzt, aber der war mit soetwas nicht ausgestattet. Ohne Sauerstoff hätte Hannah die Nacht nicht überlebt, also stand fest, dass wenn wir nichts auftreiben könnten, wir mit Hannah die letzte Fähre zurück nehmen müssten, um kurzfristig nach Hause zu fahren. Dort hatten wir genug Vorrat. Dann wären wir am nächsten Tag wieder zur Insel zurück gefahren (pro Streck übrigens ca. 300 Kilometer). Wir hatten auf der Insel nur noch eine Chance. Der Rettungswagen. Nach ca. 1-stündiger Suche fanden wir ihn endlich. Zum Glück hatte der Rettungsdienst ein Herz und lieh uns eine seiner Flaschen (was sie wohl eigentlich gar nicht dürften), um zumindest die nächste Nacht zu überstehen. Wir hatten ja immer noch die Hoffnung, dass die neuen Flaschen dann einen Tag später endlich kommen. 
Sie kamen, der Urlaub war gerettet. Nach 3 Tagen normalisierte sich der Sauerstoffbedarf, sodass wir für die restlichen 10 Tage gerade mal 2 Flaschen benötigten. Lag wohl an der guten Seeluft (keine Ahnung).
Der Urlaub war ab da so schön. Opa Kolle und Oma Hedy, Opa Hans-Dieter mit Heidi und Julian verbrachten jeweils abwechselnd mehrere Tage mit uns auf der Insel. Unsere Freunde Thomas und Beata sowie Poldi und Christina kamen uns ebenfalls besuchen für jeweils 3 Tage. Hannah hatte soviel Spaß. Sie mochte zwar keinen Sand an ihren Händen (schon etwas schwierig bei einem Strandurlaub) aber ansonsten spielte Hannah so toll auf ihrer Decke oder auf dem Spielplatz. Sie liebte rutschen und schaukeln. Wir tobten immer so wild, dass Hannah aus dem Lachen nicht mehr raus kam. Wir waren alle so glücklich. Es war ein fantastischer Urlaub.

 Hannah wird große Schwester

Was soll man hier schreiben. Es könnte ganze Bücher füllen. Die Beziehung von Hannah zu Lilli und umgekehrt war einfach nur einmalig. Die Beiden liebten sich abgöttisch.
Hannah war 1 Stunde nach der Entbindung schon bei uns und hatte Lilli im Arm, sie war so stolz jetzt "große Schwester" zu sein. Jedesmal wenn sie Lilli sah, strahlten Hannahs Augen. Ich könnte jetzt stundenlang schreiben. Lilli machte ihre ersten Schritte auf Hannah zu, als Hannah sagte: "Lilli komm"
Hannah hat ganz viel noch von Lilli gelernt. Vieles, wo wir und auch die Therapeuten Hannah nicht oder nur schwierig zu motivieren konnten, machte sie irgendwann ganz von alleine einfach Lilli nach.
Lillis ersten Worte waren Mama, Papa und Hannah. Leider sagte Lilli "Hannah" das erste Mal, als Hannah bereits im Koma lag. Sie wäre so stolz auf ihre Lilli gewesen.
Lilli war fast täglich bei Hannah im Krankenhaus. Sie weinte bitterlich, als wir dann nach 2 Monaten ohne Hannah endgültig nach Hause kamen. Mehrere Tage lang wurde sie nachts wach und schrie weinend nach Hannah und lief immer zu ihren Bildern um auf sie zu zeigen. Wir konnten ihr nicht helfen. Wir standen ja selber unter Schock. Es war neben unserer Trauer um Hannah aber das Schlimmste Lilli nicht helfen zu können und sie trauern zu sehen.
Mittlerweile geht es Lilli wieder sehr gut. Aber Hannah hat sie, trotz unserer Befürchtungen, nicht vergessen. Jedesmal wenn sie abends einen Stern am Himmel sieht sagt sie immer "Hannah" und gibt einen Handkuss Richtung Himmel. Auch wenn wir die Familie aufzählen nennt sie immer Hannah mit. Sie selber singt abends in ihrem Bett (wir sind dann schon meistens aus dem Zimmer draussen) "Schlaf Hannah Schlaf". Es ist schön zu sehen, wie Hannah immer noch zu Lillis Leben dazu gehört. Hoffentlich ändert sich das nie.

Hannahs erstes Stehgestell

Als Hannah ihr erstes Stehgestell bekommen sollte, waren wir alle sehr aufgeregt. Hannah, wi esie das erste Mal in voller Größe richtig vor uns stehen sollte. Der Gedanke war für uns einfach nur tief ergreifend. Man bereitete uns allerdings darauf vor, dass Kinder, die auf diesem Weg das erste Mal zum Stehen kommen, sehr viel Zeit bräuchten. Sie hätten meistens Angst, vor der neuen Perspektive und wollen schnell wieder sitzen. Auch Ihr Kreislauf würde am Anfang sehr instabil sein und man dürfte die Kinder nur sehr langsam an das Stehen heranführen. Am Anfang so max. 10 Minuten und dann nach und nach länger. Und, wie wir unsere Hannah bereits kennen, zeigte sie uns auch diesesmal wieder, wie ausgeprägt ihere Lebensfreude und Wille ist. Keine Angst vor der neuen Situation und keine Kreislaufprobleme. Ganz im Gegenteil,... Hannah wollte gar nicht mehr raus. Von Anfang an lachte sie und wollte sich immer wieder im Spiegel sehen. Wir waren so überwältigt von Hannahs Anblick, wie sie ganz stolz vor dem Spiegel stand und sich selbst betrachtete, dass uns Beiden die Tränen kamen. Aus den anfänglich gewünschten 10 Minuten wurden direkt 30 Minuten und nach 1 Woche stand Hannah bereits bis zu 2 Stunden in ihrem Stehgestell. Sie konnte sich auf ihrem Stehgestell (es hat Rollen untendrunter) durch die Wohnung ziehen. Sie konnte ganz normal im Stehen an den Tischen spielen. Wir tanzten mit ihr durch die Wohnung und auch immer wieder nahmen wir das Gestell mit in unseren Tanzverein und Hannah tanzte mit den anderen zusammen beim Training vor dem Spiegel. Das Stehgestell wurde binnen kürzester Zeit zu einem festen Bestandteil von Hannahs Alltag.

Hannahs erster Rolli

Es würde den Rahmen sprengen, wenn wir über den langen Weg schreiben würden, den es gedauert hat, bis wir ihn endlich hatten.
Als er dann endlich da war,... Hannah war wie ausgewechselt.
Sie kam von Anfang an mit dem Rollstuhl super zurecht. Nach bereits 1 Woche konnte sie in jede Ecke unseres Hauses fahren und kam selbstständig alleine vor und zurück. Ein ganz neues Lebensgefühl für unsere Maus. Ab da war sie nicht mehr zu halten. Sie flitzte nicht nur in Wohnung hin und her, sondern auch auf der Strasse war sie nicht zu halten.
Sie war jetzt ein ganzes Stück selbstständiger geworden. Das gefiel ihr nicht nur, sie genoß es sichtlich. Sie war so stolz auf Ihren "roten Ferarri", dass sie gar nicht mehr ohne ihn wollte.

Logisch, ihre "Beine" waren endlich da und Hannahs Leben von jetzt auf gleich um ein vielfaches für sie selber aufgewertet.

Hannahs Lungenentzündung

Im März 2006 kam Hannah mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus nach Bethel. Ihr Zustand verschlimmerte sich in den darauffolgenden Tagen so stark, dass die Ärzte sie ins künstliche Koma legten, damit sie beatmet werden konnte. Es folgten furchtbare Tage der Angst, an denen wir immer wieder mit den Schlimmsten Szenarien von den Ärtzen konfrontiert wurden.
Nach 12 Horrortagen hatten wir dann unsere Hannah wieder bei Bewusstsein und wieder einmal bewies sie ihr Kämpferherz.
Trotz eines starken Entzuges von den Medikamenten, ständigem Übergeben und Schlaflosigkeit lächelte uns unsere Maus endlich wieder an.
Insgesamt brauchte sie 3 Monate, um endlich wieder nach Hause zu kommen.

Eine furchtbare Zeit für Hannah und Lilli.

Langeoog Juli 2006
 

Hannah hatte sich super von ihrer Lungenentzündung erholt und entwickelte sich prächtig. Unser Sommerurlaub stand an und wir fuhren wieder nach Langeoog, wo wir bereits ein Jahr vorher mit ihr waren. Gleichzeitig waren auch unser Freunde mit Kindern da und Hannahs und Lillis Großeltern. Das Wetter war fantastisch. 2 Wochen am Stück nur Sonne. Der Urlaub verlief ohne jegliche gesundheitlichen Komplikationen. Hannah genoss es mit Lilli im Sand zu spielen. Nichts mehr da von Hannah Angst vor Sand aus dem letzten Jahr. Auch ins Meer wollte Hannah ständig. In ihrem Schwimmreifen wollte sie gar nicht mehr raus aus dem Meer. Selbst bei hohen Wellen hatte Hannah keine Angst. Zweimal passiert es mir, dass Hannah durch eine hohe Welle umgestossen und komplett von Wasser überspült wurde. vor Schreck weinte Hannah direkt. Ilka war entsetzt und fragte mich, wie ich so unvorsichtig sein konnte. Kaum war Hannah auf meinem Arm sagte sie nur: "Nochmal" und lachte dabei herzlich. Hannah aß zu dem Zeitpunkt kaum. Wir mußten sie somit mit Flüssignahrung ernähren. Selbst ein Eis konnte sie nur wenige Minuten begeistern. Danach wollte sie es nicht mehr. Mit Begeisterung fütterte sie dann immer Lilli, die es dankbar annahm. Anschliessend sah Lilli allerdings immer aus, als ob sie in das Eis hineingefallen wäre. Das ganze Gesicht war dann immer voller Eis. Hannah und Lilli lachten dabei immer herzlich. Wir genossen die zwei Wochen in vollen Zügen.

Hannahs 3. Geburtstag
 

Hannahs 3. Geburtstag war mal wieder ein perfekter Tag. Ilka wollte für Hannah eine richtige Party haben und hat somit alles organisiert. Für Vorhmittags wurden Hannahs Freunde, Jana, Max und Erik eingeladen. Erik war krank und konnte somit leider nicht kommen. Hannah wollte mit ihren Freunden Muffins verzieren. Mama und Hannah backten bereits am Vortag zusammen die Muffins. Als Hannahs Freunde kamen hatten alle sehr viel Spaß. Mit viel Schokolade, bunten Streuseln und Zuckerguß verzierten die 3 ihre Muffins. Anschlisssend spielten alle Kinder noch zusammen. Es wurde viel gelacht und es war ein toller Vormittag.
Am frühen Abend kamen dann all unsere Freunde. Hannah wurde überhäuft mit Geschenken, so dass sie schon bald keine mehr auspacken wollte. Sie spielte war ganz begeistert, wieviele Freunde nur für sie da waren. Am späten Abend erst brachten wir Hannah und Lilli ins Bett. Lilli schlief sofort ein. Nur Hannah war noch so aufgekratzt, dass wir sie nach langem hin und her wieder aus ihrem Bett raus nahmen und sie somit noch bei uns und dem harten Kern unserer Freunde aufbleiben durfte. Erst so gegen 23 Uhr wollte Hannah dann selber ins Bett. Es war eine fantastische Feier und Hannah hatte fast all ihre Freunde (egal ob jung oder alt) an diesem Tag bei sich. Leider war es ihr letzter Geburtstag. Auf der einen Seite gut, dass man solche Schiksalsschläge im Vorfeld nicht weiß, auf der anderen Seite hätten wir mit Sicherheit noch viel ausgiebiger gefeiert bis in den frühen Morgen hinein.
Hätten wir gewußt, was dann von Dezember an auf uns und unsere Hannah zugekommen ist, hätten wir sowieso vieles anders gemacht. Leider ging im Nachhinein viel zu viel Zeit verloren durch Arbeit und andere Dinge.

Hannahs Kindergarten

Hannah kam am 01.11.2006 endlich in den Kindergarten in unserer Gemeinde, nachdem wir über 8 Monate dafür gekämpft haben, dass Hannah einen einzel-integrativen Kidnergartenplatz bekommt. Man glaubt gar nicht, wie schwierig es ist, wenn man nicht die vorgegebenen Ganztagsplätze haben möchte, sondern - wie bei jedem anderen gesunden Kind auch möglich - nur den Vormittag. Wir wollten unser Kind noch sehen und auch selber erziehen, ausserdem wollten wir unsere vertrauten Therapeuten behalten. Wir hätten unsere Therapeuten verloren in einem Gantagsplatz und, was für uns definitv nicht in Frage gekommen wäre, wir hätten Hannah definitiv von morgens bis zum späten Nachmittag abgeben MÜSSEN. Das hatten wir nicht verstanden. Wieso sollte Hannah neue Therapeuten bekommen, wieso sollten wir unser Kind "abschieben". Zum Glück und mit viel Engagement unseres Arztes, unserer Therapeuten und vor allem der Kindergartenleitung unseres Gemeindekindergartens hat es dann, zwar ein wenig verspätet, aber trotzdem geklappt. Hannah bekam Nadja als "Einzelintegrationshelferin" zur Seite gestellt, eine junge sehr nette Erzieherin. Hannah schloss Nadja direkt am ersten Tag in ihr Herz.
Hannah war wie jedes andere Kind auch am ersten Tag. Sie weinte, als Ilka sie dort hinbrachte und wollte nicht, dass sie wegging. Es hat wohl 30 Minuten gedauert, bis sie sich einigermassen beruhigt hatte, als sie dann endlich weg war. Es war für Ilka sehr hart unseren Engel so weinen zu sehen. Am zweiten Tag dauerte es laut Erzieherin schon nur noch 10 Minuten. Am dritten Tag brachte ich sie alleine in den Kindergarten und Hannah gab mir einen Kuß und sagte nur "Tschüss Papa" und rollte mit ihrem Rollstuhl in ihren Gruppenraum. Jetzt war ich ein wenig geknickt, dass Hannah bei mir gar nicht mehr weinte. Nun ja, eigentlich waren wir super stolz, dass Hannah so schnell so gerne in den Kindergarten ging. Am nächsten Morgen kamen mir und Hannah schon 3 Kinder entgegen als wir das Gebäude betraten und wollten Hannah begrüßen und mit ihr zusammen spielen. Ich platzte vor Stolz. Hannah hatte binnen weniger Tage schon solche Freunde unter den Kindern gefunden, dass die nur noch beim essen neben ihr sitzen wollten und am liebsten nur mit ihr spielen wollten. Zuhause erzählte Hannah jeden Tag davon, dass sie gespielt, gemalt und gebastelt habe. Sie nannte uns schon alle möglichen Namen der anderen Kinder. Ein Mädchen nannte sie am häufigsten. Lea Sophie. Lea war da schon ihr beste Freundin. Sie erzählte jeden Tag von ihr und im Nachhinein erfuhren wir, dass auch Lea jeden Tag nur von Hannah erzählte. Die Beiden hatten sich gesehen und gefunden. Jeden Tag wurde Hannah selbstständiger, redete immer besser und immer mehr. Sie wurde einfach selbstbewusster. Wir waren so stolz auf sie. Am 14.12. sollte sie dann mit den anderen Kindern an einem Kindergottesdienst mit Instrumenten teilnehmen. Ich musste leider arbeiten. (Hätte ich gewusst, dass das Hannahs erster und einziger "Auftritt" werden würde, hätte ich alles dafür getan an dem Tag frei zu bekommen - aber wer konnte das ahnen). Ilka und Hannah erzählten mir abends, wie Hannah ohne Anleitung genau an der richtigen Stelle im Lied "geglockt" habe (sie hatte eine Handschelle mit der sie schellen sollte). Ilka sei zu Tränen gerührt gewesen, wie Hannah wie selbstverständlich auf ihren Einsatz gewartet habe und dann genau richtig losgelegt habe. Ich war so traurig, dass ich dass nicht mitbekommen konnte.

Der Kindergarten war in der Zeit von November bis zum 14. Dezember die wohl bereichernste Zeit für unsere Hannah. 

Hannah hat es geliebt sich stundenlang mit Malen und Basteln zu beschäftigen.

Je bunter und glitzender desto besser.

Eine Auswahl von Hannahs gebastelten Werken

Dezember 2006 (mit Oma Hedy)          Januar 2006 mit (Mama)
einen Tag vor ihrem letzten                im Krankenhaus nach der
Krankenhausaufenthalt                      Mandeloperation

Januar 2006 (mit Mama)                     Februar 2006 (mit Mama)
im Krankenhaus nach der
Mandeloperation

Dezember 2006 (mit Oma Hedy)               Hannahs erstes selbst gebasteltes Bild
                                                                                    (Januar 2006)

 

Eine Auswahl von Hannahs gemalten Werken 

     Hannahs erstes Bild mit Wasserfarbe       Hannahs erstes Bild mit Fingerfarbe
                    (Januar 2006)                                                  (02.07.2006)

 

Hannahs erster selbst gemalter Sternenhimmel
(13.12.2006)

                        September 2006                                     (2005 mit Mama)                           

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